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Aktuelles zum Thema Funktionelle Medizin

Viele Menschen denken im Frühling:„Endlich Sonne – jetzt produziert mein Körper wieder Vitamin D.“

Leider ist das in Mitteleuropa biologisch meist noch nicht möglich.

Warum das so ist, hat weniger mit Temperatur oder Sonnenschein zu tun – sondern mit Physik und Atmosphärengeometrie.

Schauen wir uns das genauer an.


Wie Vitamin D überhaupt entsteht

Vitamin D wird zu etwa 80–90 % in der Haut gebildet.

Der Prozess funktioniert so:

  1. UV-B-Strahlung trifft auf die Haut

  2. Ein Molekül namens 7-Dehydrocholesterol wird aktiviert

  3. Daraus entsteht Vitamin D3 (Cholecalciferol)

  4. Die Leber und später die Niere aktivieren es weiter

Erst danach kann Vitamin D im Körper wirken.

Wichtig ist: Dieser Prozess funktioniert nur mit UV-B-Strahlung.


Das Problem: der Sonnenwinkel

Im Winter und frühen Frühling steht die Sonne in Europa zu niedrig.

Wenn die Sonnenstrahlen flach auf die Atmosphäre treffen, passiert folgendes:

Die UV-B-Strahlung wird:

  • reflektiert

  • gestreut

  • oder von der Ozonschicht absorbiert

Das bedeutet:

Es kommt kaum UV-B-Strahlung auf der Erdoberfläche an.

Und ohne UV-B kann unsere Haut kein Vitamin D produzieren.


Die sogenannte „Vitamin-D-Winterperiode“

Wissenschaftliche Messungen zeigen:

In Mitteleuropa besteht eine Vitamin-D-Winterperiode von etwa Oktober bis Ende März/Mitte April.

In dieser Zeit ist die körpereigene Produktion praktisch gleich null.

Selbst wenn:

  • die Sonne scheint

  • man draußen spazieren geht

  • oder sich warm anfühlt


Warum der Vitamin-D-Spiegel im Frühling am niedrigsten ist

Viele erwarten den niedrigsten Spiegel im Winter. Tatsächlich ist er oft im Februar oder März am tiefsten.

Der Grund:

Der Körper lebt den Winter über von seinen Vitamin-D-Speichern im Fettgewebe.

Diese werden über Monate langsam verbraucht.

Nach mehreren Monaten ohne ausreichende Produktion sind die Reserven häufig am Ende des Winters erschöpft.


Typische Zeichen eines niedrigen Vitamin-D-Spiegels

In der funktionellen Medizin beobachten wir häufig:

  • chronische Müdigkeit

  • Stimmungstiefs

  • häufige Infekte

  • Muskelschmerzen

  • verlangsamte Regeneration

  • schwaches Immunsystem

Vitamin D wirkt nämlich nicht nur auf Knochen, sondern auf über 1000 Gene im Körper.


Wann die Sonne wieder Vitamin D liefert

Damit Vitamin D entstehen kann, muss der UV-Index ausreichend hoch sein.

Das passiert in Deutschland typischerweise:

  • ab April

  • zuverlässig ab Mai

  • maximal im Sommer

Dann reichen oft bereits 15–30 Minuten Sonne auf Gesicht, Arme und Hände, um die Produktion anzukurbeln.


Fazit

Die Frühlingssonne fühlt sich warm an – biologisch ist sie jedoch noch nicht stark genug für die Vitamin-D-Produktion.

Deshalb ist der Frühling paradoxerweise häufig die Zeit, in der der Vitamin-D-Spiegel am niedrigsten ist.:


Wenn du mehr über funktionelle Zusammenhänge von Vitamin D, Immunsystem und Energie erfahren möchtest, dann melde dich für meinen Newsletter.



 
 
 

Am Internationalen Frauentag sprechen wir viel über Stärke.

Über Frauen, die organisieren, arbeiten, kümmern, tragen, funktionieren.

Doch genau dieses ständige Funktionieren hat oft einen Preis – besonders für unseren Körper.

Viele Frauen leben heute in einem Zustand, den man kaum noch wahrnimmt:

Dauerstress.

Und genau dieser Stress hat einen erstaunlich starken Einfluss auf unsere Hormone.

Wenn der Körper im Alarmmodus lebt

Unser Körper ist biologisch nicht dafür gemacht, dauerhaft unter Druck zu stehen.

Ursprünglich war Stress eine kurzfristige Reaktion – ein System, das uns helfen sollte, in Gefahrensituationen schnell zu handeln.

Heute sieht Stress anders aus:

  • volle Terminkalender

  • permanente Erreichbarkeit

  • Verantwortung im Beruf

  • Familienorganisation

  • mentaler Druck

Der Körper unterscheidet dabei nicht zwischen „echter Gefahr“ und Alltagsstress.

Er reagiert immer gleich: mit der Aktivierung unseres Stresssystems.

Was dabei oft übersehen wird

Dieses Stresssystem steht in enger Verbindung mit unseren weiblichen Hormonen.

Wenn der Körper über längere Zeit im Stressmodus arbeitet, kann das Auswirkungen haben auf:

  • den Zyklus

  • den Schlaf

  • die Energie

  • die Stimmung

  • das Gewicht

  • und das allgemeine Wohlbefinden

Viele Frauen spüren, dass „etwas nicht mehr ganz stimmt“, können es aber nicht genau einordnen.

Der Körper sendet Signale – nur lernen wir selten, sie richtig zu verstehen.

Der weibliche Körper ist intelligenter als wir denken

Ich selbst bin immer wieder begeistert davon, wie fein abgestimmt der weibliche Körper eigentlich ist.

Er reagiert sensibel auf:

  • Stress

  • Schlaf

  • Ernährung

  • emotionale Belastungen

  • Lebensphasen

Wenn dieses Gleichgewicht gestört wird, versucht der Körper nicht gegen uns zu arbeiten – sondern uns etwas mitzuteilen.

Ich nenne das:

Weibliche Körperintelligenz


Eine neue Workshopreihe beginnt

Am 28. März startet in meiner Praxis eine neue Workshopreihe mit genau diesem Namen:

„Weibliche Körperintelligenz“.

Der erste Workshop widmet sich einem Thema, das viele Frauen betrifft, aber selten wirklich erklärt wird:

Stress und weibliche Hormone.

Dort sprechen wir unter anderem darüber,

  • warum Stress unser Hormonsystem stärker beeinflusst als viele denken

  • welche Signale der Körper sendet

  • und warum so viele Frauen sich dauerhaft erschöpft fühlen

Vor allem aber geht es darum, den eigenen Körper besser zu verstehen.

Wenn dich dieses Thema interessiert, kannst du dich über den Anmeldebutton auf meiner Website für den Workshop anmelden.

Die Plätze sind bewusst begrenzt, damit genügend Raum für Austausch und Fragen bleibt.

Ein Gedanke zum Frauentag

Auch ich kenne diesen Zustand aus eigener Erfahrung: lange funktionieren, viel leisten, die eigenen Bedürfnisse immer wieder hinten anstellen – bis der Körper irgendwann beginnt, deutlicher zu sprechen.

Diese Erfahrung hat meinen Blick auf Gesundheit stark verändert und prägt heute auch meine Arbeit in der Praxis.

Vielleicht ist der Weltfrauentag ein schöner Moment, sich selbst wieder ein Stück näherzukommen und den eigenen Körper bewusster wahrzunehmen.

Genau aus diesem Gedanken heraus ist die Workshopreihe „Weibliche Körperintelligenz“ entstanden. In unserem ersten Workshop schauen wir auf die Zusammenhänge zwischen Stress und weiblichen Hormonen – auf biochemische Prozesse, auf die Signale des Körpers und darauf, was Frauen konkret tun können, um wieder mehr Balance zu unterstützen.

Gleichzeitig wird auch die energetische Ebene eine Rolle spielen: Meine Kollegin, Janine Tiliouine, eine erfahrene DAN-Therapeutin, bringt diese Perspektive mit ein, sodass wir den weiblichen Körper aus mehreren Blickwinkeln betrachten können.


Über den Anmeldebutton kannst du dich direkt für den Workshop am 28. März in meiner Praxis anmelden. Die Plätze sind bewusst begrenzt, damit genügend Raum für Austausch und Fragen bleibt. 🌸



 
 
 

Silent inflammation ist eine messbare, niedriggradige Entzündungsaktivität im Blut.

Ein dauerhaft erhöhtes hs-CRP zeigt eine niedriggradige Entzündungsaktivität, die häufig gemeinsam mit Herz-Kreislauf-Risiken (Gefäßentzündung/Arteriosklerose), Störungen des Zuckerstoffwechsels und metabolischen Mustern wie Insulinresistenz und viszeralem Fett auftritt.

Ein erhöhter CRP zeigt aber nicht automatisch, woher diese Entzündung kommt. Genau deshalb ist der nächste Schritt immer Ursachenarbeit.

Typischerweise sehen wir mehrere mögliche „Feuerstellen“, die sich addieren können, zum Beispiel:

  • Darm und Barrierefunktion (Dysbiose, gestörte Barriere, Immunaktivierung)

  • Stoffwechsel und viszerales Fettgewebe (Übergewicht/Insulinmuster, entzündliche Botenstoffe aus Fettgewebe)

  • Schlaf und Stressphysiologie (Regeneration, Nervensystem, Entzündungsregulation)

  • Nährstoffmängel und Fettsäurebalance (unter anderem Omega-3 als Baustein für Entzündungsregulation; immer im Kontext des Gesamtbildes)

  • chronische Infektionen oder Entzündungsherde in anderen Bereichen

Und dann gibt es einen Bereich, der erstaunlich oft nicht auf dem Radar ist, obwohl er biologisch sehr relevant sein kann: der Mund.


Warum Mund und Zähne bei stiller Entzündung so wichtig sind

  1. Der Mund ist eine daueraktive Immunfläche. Zahnfleisch und Schleimhäute sind täglich Kontaktfläche für Biofilm und Immunsystem. Wenn hier chronische Reizung entsteht, ist das kein „rein lokales“ Thema – der Körper muss diese Signale und Botenstoffe dauerhaft mitverarbeiten. Bei Zahnfleisch- und Zahnhalteapparat-Entzündungen sieht man in der Forschung immer wieder Zusammenhänge mit einem erhöhten CRP. Entsprechende Behandlungen senken oft nachweislich diesen Parameter.

  2. Der Mund ist eng an Nerven- und Regulationssysteme gekoppelt. Zähne und Kiefer sind über den Trigeminus sehr direkt mit dem zentralen Nervensystem verbunden und gleichzeitig ans autonome Nervensystem (Sympathikus/Parasympathikus) angebunden. In der Regulationsmedizin ist das einer der Gründe, warum Reize im Mund nicht immer als typischer Zahnschmerz auftauchen müssen, sondern sich auch als allgemeiner Regulationsstress zeigen können.

  3. Viele chronische Prozesse im Mund sind erstaunlich schmerzarm. Dass sie nicht weh tun ist leider kein zuverlässiges Kriterium dafür, dass auch keine Entündung vorliegt. Gerade deshalb lohnt sich der strukturierte Blick in den Mund, wenn Entzündungsmarker wiederholt erhöht sind oder das Entzündungsgrundrauschen trotz guter Basisarbeit bleibt.


Drei stille Entzündungsquellen im Mund

Zahnfleischentzündung und Parodontitis

Das beginnt oft unspektakulär: gelegentliches Zahnfleischbluten, empfindliche Stellen, Mundgeruch. Wenn daraus eine Entzündung des Zahnhalteapparats wird, entsteht eine chronische Entzündungsfläche um die Zähne herum. Für die funktionelle Medizin ist das relevant, weil diese Entzündung nicht „ab und zu“ aktiv ist, sondern täglich. Studien und Übersichten zeigen: Parodontalbehandlung kann Entzündungsmarker wie CRP im Verlauf senken.

Woran man das als Laie oft früh merkt:

  • Zahnfleischbluten beim Putzen oder bei Zahnseide

  • Mundgeruch oder unangenehmer Geschmack

  • empfindliche Zahnhälse, zurückgehendes Zahnfleisch

  • Zähne wirken „länger“, Zwischenräume verändern sich

„Tote“ Zähne und wurzelbehandelte Zähne:

Ein „toter“ oder wurzelbehandelter Zahn ist ein Zahn, dessen Nerv abgestorben ist. Das ist ein zentraler Punkt: Der körpereigene Alarm, der sonst bei Entzündung über Schmerz reagiert, funktioniert hier nicht mehr. Genau deshalb können Probleme an solchen Zähnen lange unauffällig bleiben.

Dazu kommt: Das Innere eines Zahns ist kein glattes Rohr, sondern ein komplexes Kanalsystem mit Verzweigungen. In solchen Strukturen können sich Mikroorganismen als Biofilm festsetzen. In einem Teil der Fälle werden dort neben Bakterien auch Pilze nachgewiesen (häufig Candida-Arten), insgesamt deutlich seltener als Bakterien, aber klinisch relevant – vor allem, wenn Entzündungen hartnäckig sind oder wiederkehren.

FDOK/NICO nach Zahnentfernung

Nach einer Zahnentfernung sollte sich die Stelle idealerweise wieder mit gesundem, gut durchblutetem Knochen aufbauen. In der biologischen Zahnmedizin wird FDOK/NICO als Veränderung im Kieferknochen beschrieben, die häufig nach Zahnentfernungen auftreten kann und vor Ort oft kaum Beschwerden macht. Wenn der Körper nach einer Entfernung nicht genügend „Baustoffe“ und gute Heilungsbedingungen hat (Protein, Mikronährstoffe, insgesamt Regenerationsfähigkeit), kann der Aufbau von stabilem Knochen unvollständig bleiben. Statt eines kräftigen Knochenmilieus kann sich ein dauerhaft gereiztes, entzündliches Gewebe entwickeln.


Warum man Zahn- oder Kieferentzündungen im normalen Röntgen nicht erkennt

Normale Röntgenaufnahmen sind zweidimensional. Das reicht für vieles aus, aber entzündliche Knochenveränderungen oder Entzündungen an Zahnwurzeln können übersehen werden. Die digitale Volumentomographie (DVT) ist eine 3D-Bildgebung, die Knochenstrukturen räumlich darstellt und in endodontischen und knöchernen Fragestellungen häufig sensitiver ist als klassische 2D-Aufnahmen. Das ist ein Grund, warum in der biologisch-funktionellen Abklärung bei passender Vorgeschichte und Befundlage oft DVT diskutiert wird.


Fazit:

Wenn Entzündungswerte erhöht sind, ist das ein ernstzunehmendes Körpersignal. Der Mund sollte dabei immer mitgedacht werden, weil er eine der wenigen Stellen ist, an der chronische Entzündung sehr lange ohne klassische Warnzeichen bestehen kann. Wer hier sauber hinschaut und Entzündungslast reduziert, hat oft einen entscheidenden Hebel, um das systemische Entzündungsgrundrauschen zu senken.


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