Vitamin D im Frühling: Warum die März-Sonne noch nicht ausreicht
- Sonja Speck
- vor 2 Tagen
- 2 Min. Lesezeit

Viele Menschen denken im Frühling:„Endlich Sonne – jetzt produziert mein Körper wieder Vitamin D.“
Leider ist das in Mitteleuropa biologisch meist noch nicht möglich.
Warum das so ist, hat weniger mit Temperatur oder Sonnenschein zu tun – sondern mit Physik und Atmosphärengeometrie.
Schauen wir uns das genauer an.
Wie Vitamin D überhaupt entsteht
Vitamin D wird zu etwa 80–90 % in der Haut gebildet.
Der Prozess funktioniert so:
UV-B-Strahlung trifft auf die Haut
Ein Molekül namens 7-Dehydrocholesterol wird aktiviert
Daraus entsteht Vitamin D3 (Cholecalciferol)
Die Leber und später die Niere aktivieren es weiter
Erst danach kann Vitamin D im Körper wirken.
Wichtig ist: Dieser Prozess funktioniert nur mit UV-B-Strahlung.
Das Problem: der Sonnenwinkel
Im Winter und frühen Frühling steht die Sonne in Europa zu niedrig.
Wenn die Sonnenstrahlen flach auf die Atmosphäre treffen, passiert folgendes:
Die UV-B-Strahlung wird:
reflektiert
gestreut
oder von der Ozonschicht absorbiert
Das bedeutet:
Es kommt kaum UV-B-Strahlung auf der Erdoberfläche an.
Und ohne UV-B kann unsere Haut kein Vitamin D produzieren.
Die sogenannte „Vitamin-D-Winterperiode“
Wissenschaftliche Messungen zeigen:
In Mitteleuropa besteht eine Vitamin-D-Winterperiode von etwa Oktober bis Ende März/Mitte April.
In dieser Zeit ist die körpereigene Produktion praktisch gleich null.
Selbst wenn:
die Sonne scheint
man draußen spazieren geht
oder sich warm anfühlt
Warum der Vitamin-D-Spiegel im Frühling am niedrigsten ist
Viele erwarten den niedrigsten Spiegel im Winter. Tatsächlich ist er oft im Februar oder März am tiefsten.
Der Grund:
Der Körper lebt den Winter über von seinen Vitamin-D-Speichern im Fettgewebe.
Diese werden über Monate langsam verbraucht.
Nach mehreren Monaten ohne ausreichende Produktion sind die Reserven häufig am Ende des Winters erschöpft.
Typische Zeichen eines niedrigen Vitamin-D-Spiegels
In der funktionellen Medizin beobachten wir häufig:
chronische Müdigkeit
Stimmungstiefs
häufige Infekte
Muskelschmerzen
verlangsamte Regeneration
schwaches Immunsystem
Vitamin D wirkt nämlich nicht nur auf Knochen, sondern auf über 1000 Gene im Körper.
Wann die Sonne wieder Vitamin D liefert
Damit Vitamin D entstehen kann, muss der UV-Index ausreichend hoch sein.
Das passiert in Deutschland typischerweise:
ab April
zuverlässig ab Mai
maximal im Sommer
Dann reichen oft bereits 15–30 Minuten Sonne auf Gesicht, Arme und Hände, um die Produktion anzukurbeln.
Fazit
Die Frühlingssonne fühlt sich warm an – biologisch ist sie jedoch noch nicht stark genug für die Vitamin-D-Produktion.
Deshalb ist der Frühling paradoxerweise häufig die Zeit, in der der Vitamin-D-Spiegel am niedrigsten ist.:
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