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Homocystein - ein wichtiger Marker für die Herz-Kreislauf Gesundheit

Herzgesundheit
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Ein einziger Wert sagt mehr über dein Herz-Kreislauf-Risiko aus als dein komplettes Blutbild beim Hausarzt. Trotzdem steht er auf keinem Standard-Laborzettel. Fast niemand kennt ihn: Homocystein.

Dabei zählt er zu den am besten belegten unabhängigen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die wir kennen. Zeit, ihn dir genauer anzuschauen.


Was ist Homocystein überhaupt?

Homocystein ist eine Aminosäure, die bei jedem Eiweißaufbau in deinem Körper automatisch entsteht. Das ist zunächst völlig normal, das passiert bei jedem Menschen ständig. Dein Körper hat ein eingebautes System, das Homocystein sofort weiterverarbeitet: zurück in einen nützlichen Baustoff oder zu einem Abbauprodukt, das ausgeschieden wird.

Für dieses System braucht dein Körper die richtigen Werkzeuge: Vitamin B12, Folat und Vitamin B6. Fehlen sie, wird Homocystein nicht mehr vollständig abgebaut. Es sammelt sich in deinem Blut an.


Was Homocystein wirklich bedeutet

In der Naturheilkunde wird dafür oft ein Bild benutzt, das gut trifft, was im Körper passiert: Stell dir deine Blutgefäße wie ein Gefäß vor, durch das ständig Flüssigkeit fließt. Ein erhöhter Homocystein-Spiegel wirkt darin wie feine Glasscherben. Sie reiben und reizen die Gefäßwand von innen, bei jedem Pulsschlag ein kleines bisschen. Genau darüber schädigt Homocystein über Jahre deine Gefäße: durch permanente kleine Reizungen, die Entzündung und Ablagerungen begünstigen.

Ein einzelner erhöhter Wert ist kein Grund zur Panik. Aber ein Signal für dein Herz-Kreislauf-System, das du ernst nehmen solltest. Ab Werten über 8 µmol/l steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen messbar an, und mit jedem weiteren Anstieg um 1 µmol/l wächst es um rund 6 bis 7 Prozent. Auch das Risiko für Thrombosen und, langfristig, für neurodegenerative Erkrankungen wie Demenz steigt mit.



Wer seinen Homocystein-Wert kennen sollte

Ein paar Konstellationen, in denen ein erhöhter Wert besonders häufig vorkommt und sich eine Bestimmung lohnt:

●        Vegane oder vegetarische Ernährung: Vitamin B12 kommt fast ausschließlich aus tierischen Lebensmitteln

●        Alter über 50: Die Aufnahme von B12 über die Nahrung nimmt mit den Jahren ab

●        Nierenerkrankungen oder eine Schilddrüsenunterfunktion, beide beeinträchtigen den Homocystein-Abbau

●        Bekannte MTHFR-Genvariante oder familiäre Häufung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in jungen Jahren

●        Schwangerschaft: ausreichend Folat ist für die Entwicklung des Kindes entscheidend


Das Standard-Blutbild misst Homocystein nämlich gar nicht mit. Es ist ein Zusatzwert, den du gezielt bestimmen lassen kannst.


Was du tun kannst

Der erste Schritt ist einfach: den Wert überhaupt kennen. Erst dann lohnt es sich, an den Stellschrauben zu drehen:

●        Vitamin B12 aus tierischen Lebensmitteln, bei veganer Ernährung gezielt supplementieren

●        Folat aus grünem Blattgemüse, Hülsenfrüchten und Eiern. Bei einer bekannten MTHFR-Genvariante hilft oft die aktive Form, Methylfolat, mehr als synthetische Folsäure

●        Vitamin B6 aus Vollkorn, Fisch, Kartoffeln und Bananen

Wichtig zu wissen: Mehr ist hier nicht automatisch besser. Die richtige Dosierung und Form hängt von deinen individuellen Werten ab.


 
 
 

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