- Sonja Speck
- 17. Juli
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 27. Juli

Die Schilddrüse ist nur etwa so groß wie eine Walnuss – und dennoch eines der wichtigsten hormonproduzierenden Organe unseres Körpers. Sie sitzt unterhalb des Kehlkopfs, sieht aus wie ein Schmetterling und steuert über die Bildung von Schilddrüsenhormonen (T3 und T4) eine Vielzahl lebenswichtiger Prozesse:
den Energie- und Grundumsatz
den Stoffwechsel von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen
die Körpertemperaturregulation
die Funktion von Herz, Muskulatur, Gehirn und Nervensystem
den Zyklus, die Fruchtbarkeit und psychische Stabilität
Wenn die Schilddrüse aus dem Gleichgewicht gerät
Störungen der Schilddrüse sind weit verbreitet – besonders bei Frauen. Sie treten häufig in hormonellen Umbruchphasen auf (Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre) oder nach starker Belastung durch Stress, Infekte oder Nährstoffmangel.
In vielen Fällen handelt es sich um eine Unterfunktion.
Entweder bildet die Schilddrüse selbst zu wenig Hormone - eine primäre Schilddrüsenunterfunktion. Oft ist in Fällen einer primären Hypothyreose die Schilddrüse selbst aber noch in der Lage Hormone zu bilden, nur fehlen ihr die entsprechenden Baustoffe. Aufgrund von Nährstoffmangel in Lebensmitteln, erhöhtem Verbrauch bei chronischen Erkrankungen und/oder gestörte Aufnahme über den Darm kann es zu Defiziten kommen und eine ordnungsgemäße Bildung der Hormone ist nicht mehr gewährleistet.
Sekundäre Schilddrüsenunterfunktion bei Stress
Chronischer Stress wirkt über die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (HPA-Achse) auf viele hormonelle Regelkreise. Lang andauernder Stress kann dazu führen, dass:
der Hypothalamus seine Impulse verändert (z. B. weniger TRH = weniger TSH),
die Hypophyse nicht mehr ausreichend stimuliert,
und die Schilddrüse dadurch inaktiv bleibt – trotz intaktem Gewebe.
Gleichzeitig hemmt Cortisol (das wichtigste Stresshormon) auch die Umwandlung von T4 in das aktive T3 – man spricht dann zusätzlich von einer konversionellen Unterfunktion. Das kann zu klassischen Symptomen führen, obwohl Laborwerte wie TSH noch im Normbereich liegen.
Schilddrüsenunterfunktion durch eine Umwandlungsstörung
Die Schilddrüse produziert hauptsächlich das Hormon T4 (Thyroxin) – eine Speicherform, die im Körper noch in das aktive Hormon T3 (Trijodthyronin) umgewandelt werden muss, damit es wirken kann.
Bei einer Umwandlungsstörung gelingt diese Umwandlung nicht ausreichend. Das bedeutet:
im Blut ist oft genug T4 vorhanden
aber zu wenig aktives T3
sodass trotz „normaler“ Laborwerte Symptome einer Unterfunktion auftreten können
Diese Störung kann u. a. durch Stress, Nährstoffmängel (z. B. Selen, Zink, Eisen), Entzündungen, Leberprobleme oder chronische Erkrankungen verursacht oder begünstigt werden.
Was sind typische Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion?
Müdigkeit und Erschöpfung
Gewichtszunahme trotz normaler Ernährung
Kälteempfindlichkeit
Konzentrationsprobleme („Gehirnnebel“)
depressive Verstimmungen
Verstopfung
Haarausfall
trockene Haut
5 Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion die nicht so bekannt sind:
Heisere Stimme oder ständiger Räusperzwang→ Durch einer vergrößerte Schilddrüse (Struma) oder durch ein Myxödem
Schwellungen im Gesicht und an Händen und Füßen→ Typisch ist ein „aufgedunsenes“ Erscheinungsbild durch vermehrte Einlagerung von Glykosaminoglykanen wie Hyaluronsäure und Chondroitinsulfat (Myxödem).
Kribbeln oder Taubheitsgefühle in Händen und Füßen→ Durch verlangsamte Nervenleitung oder begleitende periphere Neuropathien.
Brüchige, rillige Nägel oder verlangsamtes Nagelwachstum→ Mangeldurchblutung und verlangsamter Zellstoffwechsel betreffen Hautanhangsgebilde.
Hohe Blutfettwerte (v. a. LDL-Cholesterin) trotz gesunder Ernährung→ Der Körper baut Fette langsamer ab, weil der Leberstoffwechsel verlangsamt ist.
Ganzheitliche Diagnostik und Therapie
In meiner Praxis berücksichtige ich bei Schilddrüsenbeschwerden nicht nur die klassischen Laborwerte (TSH, fT3, fT4, Antikörper), sondern auch:
den Zustand der Nebennieren und Stressachse
die Darmgesundheit (v. a. Leaky Gut, Nährstoffaufnahme)
mögliche Nährstoffmängel (z. B. Jod, Selen, Eisen, Zink, Vitamin D, B-Vitamine)
die Hormonlage insgesamt (Östrogendominanz, Progesteronmangel etc.)
Die Behandlung richtet sich individuell nach Ihren Werten, Symptomen und der Lebenssituation. Sie kann Infusionstherapien, Mikronährstofftherapie, Ernährungsberatung und auch Phytotherapeutika umfassen.
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