• Sonja Speck

Wenn Histamin auf die Nerven geht

Histamin ist ein körpereigener Stoff, der wichtige Aufgaben in unserem Körper übernimmt.

Bei einer Allergie z.B. ist das Histamin da um uns zu schützen. Unser Körper möchte den Angreifer die Pollen, Tierhaare, Hausstaubmilben sofort wieder loswerden. Also sind die Reaktion die laufende Nase und tränenden Augen Abwehrmechanismen und sollen den Fremdstoff wieder ausspülen. Durch die Schwellung ist gewährleistet das die Blutgefäße genug Platz haben um sich zu weiten und das weitere Helfer kommen können wie Abwehrzellen.

Unser Immunsystem würde ohne Histamin gar nicht funktionieren, hier übernimmt es eine wichtige Rolle bei Entzündungen.

Im Herz-Kreislauf-System bewirkt es eine Steigerung der Herzfrequenz und erhöht die Schlagkraft des Herzens.

Aber auch im Zentralen Nervensystem wirkt Histamin indirekt auf die Neurotransmitter wie z.B. Dopamin, Noradrenalin und Serotonin und hat Einfluss auf den Schlaf-Wach-Rhythmus, Hungergefühl, Schmerzempfinden, Körpertemperatur etc.

Histamin ist auch in Lebensmitteln mehr oder weniger vorhanden.

Symptome eines Histaminüberschusses

Vermutlich haben schon einige von Ihnen Erfahrung mit zu viel Histamin gemacht und verschiedene Auswirkungen davon gespürt. Denn ein Zuviel an Histamin im Körper kann verschiedene Symptome verursachen:

im Magen-Darm-Bereich → Durchfall, Blähungen, Sodbrennen aber auch Verstopfung, im Herz-Kreislauf-Bereich → Herzrasen, niedriger Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, auf der Haut → Flush, Ausschlag, Rötung, Juckreiz, verstopfte Nase, Fließschnupfen, Kopfschmerzen bis hin zu Migräne, Schwellungen v.a. im Gesicht Menstruationsbeschwerden, Zyklusstörungen


Weniger in Zusammenhang mit Histamin werden die Symptome des Zentralen Nervensystems gebracht. Da das Histamin und die Neurotransmitter Dopamin, Serotonin und Acetylcholin denselben Rezeptor benutzen, kann es bei einem Überschuss an Histamin zu einer Verminderung der anderen Neurotransmitter kommen. Dadurch können folgende Symptome entstehen:

Unruhe, Erschöpfung, Gereiztheit, Panikattacken, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, ADS


Wie kommt es zu diesem belastenden Überschuss an Histamin?

Hier liegt in den meisten Fällen ein Problem im Abbau von Histamin vor.Histamin wird über zwei Wege abgebaut:

1) Diaminoxidase kurz DAO – der Abbau findet im Darm statt

2) Histamin -N- Methyltransferase kurz HNMT – hier wird das Histamin, das im Zentralen Nervensystem vorhanden ist v.a. in der Leber abgebaut oder aber auch das Histamin, das nicht über die DAO abgebaut werden konnte.

Diese Enzyme sind von verschiedenen Faktoren abhängig.

Sie benötigen ausreichend Cofaktoren wie z.B. Vitamin B6, Kupfer, Magnesium, Mangan, Vitamin B12. Liegt hier ein Mangel vor, etwa durch andere Erkrankungen wie eine KPU/HPU kann der Abbau von Histamin behindert sein.

Aber es können auch Störfaktoren wie entzündliche Darmerkrankung, andere Entzündungen im Körper, Nahrungsmittelunverträglichkeiten vorhanden sein. Bestimmte Medikamente und auch Alkohol können das Enzym DAO blockieren, sodass das Histamin, das dadurch nicht im Darm abgebaut werden kann, in den Blutkreislauf übergeht und dort über die HNMT abgebaut werden muss.

Histamin-Liberatoren sind Stoffe, die die Mastzellen zur erhöhter Ausschüttung von Histamin anregen. Hierzu zählen Zitrusfrüchte, Kakao, Zusatzstoffe in Lebensmitteln, wie Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Antioxidantien, Geschmacksverstärker, Aromen.

Bei einem Mastzellaktivierungssyndrom geben die Mastzellen übermäßig Histamin frei.


Wie kann eine Histaminabbaustörung festgestellt werden?

Als erstes ist eine ausführliche Anamnese wichtig um anhand der Symptomatik die weitere Vorgehensweise planen zu können. In der Regel kommt dann als nächstes eine Analyse des Stuhls. Ist hier die Histaminausscheidung erhöht kann ich gleichzeitig nach Störungen der Darmschleimhaut, Entzündungen und Dysbiosen schauen.

Im Urin weist eine erhöhte Konzentration an Histamin auf eine Abbaustörung über den HNMT-Abbauweg hin. Unter Umständen ist weitere Ursachenforschung über eine Laboruntersuchung von Mikronährstoffen/Cofaktoren der DAO und der HNMT und/oder ein Test auf andere Stoffwechselstörungen oder Erkrankungen nötig. Das ist dann individuell zu entscheiden.


Wie sieht eine naturheilkundliche Therapie der Histaminintoleranz aus?

- Darmsanierung mit Ernährungsplan

- Behandlung etwaiger Entzündungen

- Mikronährstofftherapie

- Unterstützung von Leber, Niere, Pankreas

- Bewegung

Oft wird empfohlen, auf histaminhaltige Lebensmittel zu verzichten. Das bringt kurzfristig gesehen schnell Linderung. Aber langfristig gesehen ist es nicht sinnvoll......ein Störfaktor wie z.B. eine Entzündung sollte besser beseitigt werden, da sie natürlich auch anderweitige Auswirkungen haben kann und der DAO Gehalt kann weiter sinken, da der Körper sich ja an veränderte Situationen gut anzupassen weiß.


Sie möchten mehr über meine naturheilkundliche Therapie bei einer Histaminintoleranz erfahren?

Rufen Sie mich gerne an → +49 1523 185 02 73 oder schreiben Sie mir eine Mail → kontakt@naturheilkunde-sonjaspeck.com


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