• Sonja Speck

Omega 3 für ein leistungsfähiges Gehirn


Wie wichtig Omega-3-Fettsäuren für unsere Gesundheit sind, ist mittlerweile gut erforscht. Alle Fettsäuren - Omega 3-6-9 - sind wichtig für den Organismus. Aber wie immer muss das Verhältnis stimmen. Unsere Ernährung sieht ein Überangebot an Omega-6-Fetten vor, aber leider einen Mangel an Omega-3-Fetten. Omega 3 finden wir pflanzlichen Ursprungs z.B. in Leinsamen, Walnüssen und Hanf - als Alpha-Linolensäure (ALA). Unser Körper kann hieraus leider nur einen kleinen Anteil Eicosapentaensäure (EPA) und einen noch geringeren Anteil Docosahexaensäure (DHA) bilden. Fisch, vor allem Kaltwasserfisch wie Lachs, Makrele, Hering oder Sardinen, der sich in der freien Wildbahn von Krill, Kleinfischen und Algen ernährt, wird darüber reichlich mit Omega 3 versorgt und bildet damit für uns eine gute Omega-3-Quelle. Um durch Fischkonsum eine ausreichende Versorgung zu erhalten, müsste man in der Woche 350 Gramm Fisch und Meeresfrüchte aus Wildfang essen. Das ist nicht wirklich immer und auf Dauer praktikabel. Schwermetallbelastung und Überfischung der Weltmeere sind ein weiteres Problem. Daher gibt es mittlerweile tolle Omega Produkte wie Fisch-, Algen- oder Krillöl zur Ergänzung. Aber auch hier ist es wichtig auf eine gute Qualität, nachhaltige Fischerei und Reinheit des Produktes zu achten.

Eine besondere Bedeutung hat das DHA als wichtiger Hirnbaustoff . Sie wirkt positiv auf die Entwicklung und Ausreifung des Frontalhirns. Das Frontalhirn ist zuständig für Sprache, Emotionen, soziale Intelligenz, Kurzzeitgedächtnis und Aufmerksamkeit. Das DHA spielt somit eine entscheidende Rolle bei der Bildung neuer Nervenzellen und neuer Synapsen, bei der Reparatur geschädigter Nervenzellen, bei der Entwicklung der Intelligenz, der Lernfähigkeit und der Gedächtnisleistung.

Bereits im Mutterleib ist eine ausreichende Versorgung mit DHA maßgebend für die Entwicklung dieses Gehirnareals und damit auch für die Entwicklung vieler Fähigkeiten. Studien belegen einen höheren IQ bei Kindern , die bereits im Mutterleib ausreichend mit DHA versorgt werden. Umgekehrt findet man bei Kindern und Erwachsenen mit Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten, bis hin zu Depression, Autismus und Schizophrenie einen zu geringen Gehalt dieser Fettsäure im Gehirn. An den Synapsen im Gehirn aber auch in der Retina ist die Konzentration an DHA erhöht. Bei einem Mangel findet eine verringerte Signalübertragung der Neurotransmitter wie Serotonin und Dopamin statt, es stellen sich Probleme beim Sprechen, Lesen, Lernen, beim Erinnern, Planen, Entscheiden und bei der Wachsamkeit und Aufmerksamkeit ein. Auch antisoziales Verhalten und auch die Makuladegeneration sind u.a. auf einen Mangel an DHA zurück zu führen.

In der modernen Labordiagnostik gibt es die Möglichkeit, die Versorgung und auch die Gewichtung der einzelnen Fettsäuren festzustellen:

1. Omega 6/3 Quotient:

Das Verhältnis vom Omega 6 zu Omega 3 sollte idealerweise bei 5:1 liegen. Tatsächlich liegt er im Durchschnitt aber bei 15:1.

Beide Fettsäuren sind notwendig für die Bildung von Botenstoffen, Gewebshormonen und für viele Funktionen.

Omega 6 z.B. erhöht den Blutdruck, verengt die Atemwege, fördert Entzündungen, fördert die Blutgerinnung u.v.m. Das hört sich erstmal nicht gut an, es ist aber durchaus sinnvoll, dass unser Körper über diese Funktionen verfügt. Maßgebend hier ist einfach die Gegenregulierenden durch Omega 3 Fettsäuren. Sind im Verhältnis also zu wenig Omega 3 Fette vorhanden, können die o.a. Mechanismen tatsächlich zu Problemen und langfristig zu Erkrankungen führen.

2. Verhältnis von Arachidonsäure (AA) zu EPA

Arachidonsäure gehört zu den Omega 6 Fetten und wird über tierische Lebensmittel aufgenommen und ist ebenfalls ein wichtiger Hirnbaustoff. An diesem Laborparameter kann eine ungleiche Aufnahme der Fette durch die Nahrung belegt werden.

3. Omega 3 Index:

Dieser Wert gibt den prozentualen Anteil der Omega 3 Fettsäuren zu allen Fettsäuren wieder. Idealerweise sollte er bei 8% liegen. In der Labordiagnostik wird er als Risikomarker für Herz-Kreislauf-Erkrankungen genommen. In Deutschland liegt der Index im Schnitt zwischen 4-6%, in den USA und Brasilien sogar unter 4%!

Ein Blick auf diese Parameter ist sowohl als Vorsorgemaßnahme als auch bei chronischen Erkrankungen wichtig und bietet die Möglichkeit durch gezielte Ernährungsumstellung und Supplementierung das Wohlbefinden zu optimieren.

https://www.eurekalert.org/pub_releases/2017-12/uop-wfc121917.php



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